8. Juni 2017

BOCHVORSTELLUNG: DIVERSE TÖNE ROT;

Hallo ihr Lieben,

zwischen all den schönen und spannenden Geschichten, scheinen die, die aus dem wahren Leben kommen, unterzugehen. Besonders wenn es dabei um einen Erfahrungsbericht zum Thema Borderline geht. Und gerade weil es sich bei diesem Buch um Literatur handelt, die nicht aus dem fiktiven Bereich stammt, war es für mich umso schwieriger, mir eine Meinung darüber zu bilden.
Schließlich geht es hier um gelebte Erinnerungen, über die ich mir nur schwer ein Urteil erlauben mag. Für Menschen die selbst nicht an Borderline erkrankt sind oder einen Menschen im näheren Umfeld haben, auf die diese Persönlichkeitsstörung zutrifft, scheint es dementsprechend sehr schwer nachvollziehbar zu sein, wieso und warum es zu manchen Handlungen kommt, wie es bei Borderlinern der Fall ist.



Sanny Regen ist dreißig. Viele würden sie als einen ganz normalen Durchschnittsmenschen bezeichnen. Dabei kann sich niemand vorstellen, wie krank sie wirklich ist. In Sannys Leben gibt es keine Grautöne. Schwarz und weiß sind die Kategorien, die ihren Alltag bestimmen, in dem jeder Tag erneut Kampf bedeutet, bei dem sie nicht einen Wimpernschlag lang unaufmerksam sein darf.
Manchmal gewinnt sie den Kampf gegen sich selbst, doch viel zu oft gewinnen die Stimmen in ihrem Kopf. Und plötzlich wird ihr bewusst, dass das Schweigen ein Ende haben muss. Sanny beschließt, sich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen und ihr Leben in einem Buch zu rekapitulieren. Ein Schrei in die Welt, der ihr sagt, dass sie noch lebt, auch wenn sie dies nicht immer wollte.
Sie beginnt zu verstehen, warum sie heute krank ist und lernt dabei, sich nicht mehr zu hassen für das, was sie ist.

Während die Autorin in ihrem Buch bereits zu Beginn zu verstehen gibt, dass ihr Anliegen darin liegt, anderen Menschen Mut zu machen (nicht nur denen die Borderline haben!) darüber zu sprechen. 

Und ich muss gestehen, dieses Buch hat nicht unbedingt beim Lesen den Eindruck hinterlassen, als würde eine tiefgründige Botschaft dahinter stecken.

Dies meine ich, ganz unabhängig von den Erlebnissen der Autorin. Denn was ursprünglich als Erfahrungsbericht für persönliche Zwecke gedacht war, kommt nach wie vor als solches rüber.

Zudem kommen bewusste thematische Auslassungen vor, die beim Leser weitere Fragen hervorbringen. Dies stellt zwar kein Problem bei der Nachvollziehbarkeit der Geschehnisse dar, doch es unterstützt nicht den Sachverhalt. Wenn von Erfahrungsberichten gesprochen wird, haben diese zwar eine sehr einseitige (persönliche) Darstellung, aber trotzdem sollte es inhaltlich vollständig sein. 

Neben der unvollständigen Darstellungsweise und der fehlgeleiteten Idee, andere Menschen motivieren zu wollen, haben mich zudem die typografischen Aspekte nicht angesprochen. 
Über das Cover lässt sich streiten. Doch beim Buchtitel bin ich schon, bevor ich mein Exemplar hin den Händen hatte, ins Stutzen gekommen. Auch wenn im Buch oftmals Bezug zum Titel genommen wurde und bereits als Vormerkung auch die Bedeutung des Semikolon erklärt wurde, war es in meinen Augen trotzdem nicht stimmig. Ebenso lässt sich über das Schrift-/Buchformat streiten. Aber was für mich ein absolutes No-Go für ist, wenn der Druck der vorherigen Seite sich auf der nächsten Seite durchschimmert.

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F A Z I T
Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass das Buch noch Luft nach oben hat. Ganz unabhängig von den geschilderten Erinnerungen, die an Grausamkeit nicht zu überbieten sind, kann ein Unerfahrener auf dem Gebiet der Persönlichkeitsstörung, schnell ein falsches Verständnis für die Sensibilität der Thematik erhalten. Prinzipiell halte ich das Anliegen der Autorin für gut, sollte aber dringend nochmals überarbeitet werden!




Kommentare:

In Alice's Pink Shoes hat gesagt…

Liebe Katta,
ich habe mal gelesen, dass Angelina Jolie auch unter dem Boderline-Syndrom leidet oder gelitten hat. Habe mich aber nie mit diesem Krankheitsbild näher beschäftigt und kenne somit die Symptome auch nicht. Werde aber gleich mal danach googlen :-D
Danke für die Buchvorstellung!
Wünsche dir ein schönes Wochenende :-*
Jasmin

Ellie Love hat gesagt…

Muss ich gleich mal schauen, wo ich das Buch bekommen kann!;-)<3
www.blogellive.com

Lea Diamandis hat gesagt…

Bei psychischen Krankheiten muss Sensibilität einfach immer gross geschrieben werden ! Schade, dass das Buch es nicht geschafft hat, dies zu tun und dich zu überzeugen.
Liebst, Lea.

Heinz Peter B hat gesagt…

Schönen guten Tag
Du hast eine wirklich tolle Rezension geschrieben. Ich durfte das Buch auch rezensieren und bin am Ende bei 5 Sternen gelandet. Ich finde das Buch hat den Einblick in die Krankheit gegeben und das ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich habe selbst in meinem Umfeld mit Betroffenen gearbeitet und kann nur sagen, dass dieses Buch durchaus in der Lage sein kann zu veritteln.

MfG
H. P. Brücksken
http://wurm200.blogspot.de

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