9. Juli 2012

BUCHVORSTELLUNG: Das Glück trägt Cowboystiefel


In einer Gesellschaft wie unserer verbinden wir den Begriff Cowboy kaum noch mit dem eigentlichen Tätigkeitsbereich der für Personen solcher Bezeichnung vorherbestimmt ist.
Dementsprechend ist es der Buchtitel schwer mit etwas zu assoziieren, welches das große Gefühl der Liebe beinhaltet. Denkt man kurz nach und geht tief in sich, sind die ersten Stichpunkte „Heath Ledger“, „Jessica Simpson“ und „Kevin Costner“.
Kaum eine Person ist sich dessen bewusst, dass es sie nicht nur im neunzehnten Jahrhundert gegeben hat, sondern das es sie immer noch in Amerika vorzufinden gibt. Cowboys sind Viehhirten, die multifunktional auf ihrem Gebiet arbeiten können.
Ree Drummond erzählt ihre ganz eigene Geschichte wie sie auf einen modernen Cowboy gekommen ist und welche Erfahrungen sie mit ihm gesammelt hat.

Du kennst ihn nicht“,sagte ich, „wir treffen uns erst seit einem Monat oder so.“
Du kennst ihn erst seit einem Monat? Und trotzdem willst du wegen ihm nicht nach Chicago gehen? Was zum Teufel macht er?“
Na ja“, ich zögerte ein wenig,“er ist..ein Cowboy.“
O mein Gott!“


Betrachtet man die Angaben in dem Buch, so erkennt der Leser, dass sich bei dieser Geschichte um eine Begebenheit handelt. Wie viel davon wahr ist und wie viel Fiktion, weiß nur die Autorin selbst. Doch sicher ist, dass die Personen real sind. Besonders interessant dabei ist, dass die Verfasserin des Buches im Vorfeld schon einen gut laufenden Blog hatte und somit die eigentliche Idee des Buches und dessen Inhalt schon publiziert wurde. Schaut man sich also entweder ihre Facebook Seite oder ihre Website an, versteht der Betrachter nicht das Anliegen ein Buch zu schreiben. Mal abgesehen davon, kann ich mir einfach nur vorstellen, dass fremde Menschen unbedingt vom Liebesleben fremder Personen erfahren wollen.
Was veranlasst also einen Verlag, etwas wie dieses zu veröffentlichen?

Mit dieser Frage habe ich das Buch gelesen und wollte damit herausfinden, inwiefern es sich von einer fiktiven Liebesgeschichte abkapselt. Die Idee, die eventuell das Buch hätte hervorheben können geht nämlich nach hinten los. Denn an Stellen, wo der Autor die Spannung hätte steigern oder einen Wendepunkt einbauen können bleiben komplett aus.
Abgesehen von diesen Merkmalen fällt dem Leser zusätzlich auf, dass der Schreibstil nicht der Norm eines eventuellen Liebesromans entspricht. Kürzel treten auf, Pseudonyme werden verwendet, es werden unbrauchbare Absätze gemacht und Kapitel haben Überschriften die als Blickfang langweilig erscheinen.
Generell macht es mehr den Eindruck, als wäre die Ausgabe nicht mehr überarbeitet worden, nachdem es auf der Seite der Autorin erschienen ist. Dementsprechend ist es schon enttäuschend, wenn man das Vorwort ließt und die Anmerkungen nur zum Teil der Wahrheit entsprechen.

Zwar ist es schön, zu erfahren wie eine Beziehung in den neunziger Jahren entstanden ist. Doch durch die Unprofessionalität der Verfasserin, scheint es dem Betrachter zu sehr gewollt, dass man mit dieser Geschichte überzeugen will.
Dieser Überzeugungsdrang hinterlässt den Eindruck, dass die Geschichte mit Liebesromanen mithalten will, die in keinerlei Kontrast zu diesem Buch stehen.
Zudem besteht der Verdacht, dass zu viel der eigentlichen Geschichte weggelassen wurde und anderer Stelle etwas erfunden wurde, um das Bild einer perfekten Romanze aufrecht zu erhalten. Dieses chaotische Durcheinander mit ständigem Wechsel des Fokus, lässt dem Betrachter das Resümee ziehen, dass es sich bei den Personen um ganz normale Menschen handelt. Ob dies ein Anlass ist, sich ausgerechnet solch ein Buch zu kaufen, sei dahin gestellt. Ich würde potentiellen Interessenten es nahe legen, sich vorerst im Internet ein wenig zu informieren und wenn das bereits veröffentlichte Material überzeugend genug ist, sich dieses als Buchformat zu kaufen, dann sind die zehn Euro gut investiertes Geld. Für die Anderen gilt die Frage, die ich zu Beginn schon mit selbst gestellte habe: Was veranlasst also einen Verlag, etwas wie dieses zu veröffentlichen?

Kommentare:

Fiona Hannah hat gesagt…

deiner ist auch schön♥ gegenseitig folgen? (:

lucia m hat gesagt…

love it!

xx

www.aroundlucia.com
www.aroundlucia.com

circleofchaos hat gesagt…

Interessantes Buch.^^
Mein Blog

Katinka hat gesagt…

ha ha "die ersten Stichpunkte „Heath Ledger“, „Jessica Simpson“ und „Kevin Costner“" - sehr wahr! es gibt sie aber nicht nur in amerika, alles was vieeel land zur verfügung hat und auch für herden nutzt beschäftigt aufseher aka cowboys. z.b. war mein pa als twen cowboy in der russischen steppe, in seinem fall eher: horseboy, er hatte araberhengste zu hüten.

Ida hat gesagt…

Heath Ledger *.*
Das war der Stichpunkt..weiterlesen :D
Ich mag deine Rezension! DU hinterfragst sehr gut den Sinn des Buches ;) Gefällt mir wirklich sehr :)
Danke für deinen Kommentar :)))

MelMel hat gesagt…

Hui, du bist ja ganz schön kritisch :D Bei dem meisten Punkten stimme ich dir aber zu, nur beurteile ich das nicht ganz so hart^^
Zum Beispiel finde ich es ganz logisch, dass sie Teile ihrer Geschichte auslässt oder Pseudonyme verwendet. Schließlich ist das Buch kein Seelenstriptease. Und ein bisschen dichterische Freiheit darf sie dann ja auch ausleben. Und dass sie keine künstlichen Spannungskurven erfindet, hat mir gerade gefallen. Schließlich läufts im Leben der meisten Menschen nicht achterbahnmäßig :)
Die Frage nach den Gründen der Verlages, die Geschichte zu veröffentlichn, hast du schon selbst beantwortet. Wenn man die ganze Zeit im Hinterkopf hat, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, fühlt man doch gleich viel mehr mit (so ging es zumindest mir)^^ Da sind die kleinen Unsicherheiten im Scheibstil und die teilweise etwas plumpe Erzählart doch wichtige Authetizitätssignale :) Das einzige, was mich wirklich gestört hat, war der tiefe Griff in die Klischee-Kiste. Entweder besteht Rees Leben aus einem einzigen Klischee, oder sie hat in der Beziehung ein bisschen übertrieben :P
Also, ich mochte das Buch tatsächlich gerne, auch (oder gerade weil) wenn es keine hohen literarischen Ansprüche erfüllt :)

Katta hat gesagt…

Hallo Mel,

Wenn jemand sein Buch damit bewirbt, dass die Geschichte die dahinter steckt der Wahrheit entspricht, finde ich das man keine Abstriche in solchen Sachen wie Namen machen kann und anderseits den Leser mit dem Alltag eines anderen versucht zu überzeugen. Das ist so als ob man Fakt und Fiktion miteinander vermischt und es als 100% glaubwürdig einstufen will. Es geht nach hinten los, da es den Leser zweifeln lässt.
Heißt es also, dass das Spannende an diesem Buch das unspannende ist? Ist dies die Prognose für den zukünftigen Büchermarkt?
Lieber gebe ich für Spitzenreiter in den Bestseller Listen das Geld aus, was ich für dieses Buch hätte bezahlen müssen.
Warum sollte man den ein Buch kaufen, wenn man diese Geschichte kostenlos im Internet nachlesen kann?

Liebe Grüße,
Katta.

MelMel hat gesagt…

Dadurch, dass sie die Namen teilweise verfremdet und damit die Privatsphäre der Personen schützt (natürlich nur bis zu einem gewissen Maße; aber J. zum Beispiel kann man höchstens als naher Bekannter identifizieren), wirkt es für mich viel eher aus dem Leben gegriffen. Es ist ja eine Sache, Teile seines Lebens so offenzulegen, aber sobald die Persönlichkeitsrechte anderer involviert sind, muss man diese auch anerkennen. Schließlich ist das Buch keine Biografie und stellt auch, denke ich, nicht diesen Anspruch der lückenlosen Berichterstattung.
Und nein, das soll heißen, dass manche Erzählungen nicht durch den Faktor "Spannung" interessant und schön zu lesen sind. Ich für meinen Teil lese auch gerne mal entspannende Sachen. Und ich glaube auch nicht, dass man hier jetzt pauschalisieren muss und anhand dieses einen Buches auf den zukünftigen Büchermarkt zu schließen versucht. Es gibt andere Genres, andere Geschichten und das wird auch weiterhin so sein ;)
Warum man das Buch kaufen soll? Ich mache hier doch keine Werbung und will zum Kauf animieren (oder davon abraten), sondern erläutere nur meine Meinung; den Rest muss jeder für sich entscheiden :P Aber eins muss ich noch sagen: auf ihrem Blog ist nur etwa die Hälfte der Geschichte veröffentlicht, also das fällt als Argument schon mal weg ;)

Katta hat gesagt…

Hallo Mel,

schließlich kann man sagen, dass man stundenlang darüber diskutieren kann, was nun gut oder schlecht sei. Zum Schluss ist es immer ermessenssache des Betrachters und dies lässt sich nicht auf die Allgemeinheit abstimmen. Mir hat die Art und Weise nicht gefallen und stößt deswegen auf kein Verständnis, welches bei Anderen auch nicht allzu kritisch ausfallen mag.

Liebe Grüße,
Katta.

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